Alltagsdinge, Nachdenkenswertes
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1. Schultag oder „Mütter haben es schwer“

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Der erste Schultag. Sehr aufregend.

Wir fahren mit den Fahrrädern zur Schule und ich hoffe, dass das Fahrrad der Großen nicht umkippt mit dem Ranzen auf dem Rücken.

Schon vor der Schule treffen wir einen Papa wieder, den ich vom Elternabend kenne. Seine Tochter geht mit meiner gemeinsam zur Christenlehre. Die Mädels haben sich gleich gut verstanden. Wunderbarerweise treffe ich im Klassenzimmer dann eine Mama wieder, mit der ich gemeinsam bei der Rückbildung war. Unsere Mädels haben schon zusammen gespielt. Das war toll. Gleich habe ich mich nicht mehr so einsam gefühlt zwischen den vielen Eltern. Dabei geht es gar nicht um mich. Aber ich war genauso aufgeregt, ängstlich und mit Magenschmerzen wie meine Tochter.

Nachdem wir unsere Kinder im Klassenzimmer gelassen haben und ich meine Tochter ein letztes Mal geküsst, ein letztes innerliches Gebet gesprochen habe, stehen die Mütter auf dem Schulhof zusammen und versuchen Kontakte zu knüpfen. Wir sind alle Leidtragende, erleben die gleiche Aufregung, haben dieselben Fragen, dieselben Anforderungen im Alltag.

Das Gespräch dreht sich darum, wann man seine Kinder am besten in der 1. Schulwoche vom Hort abholt. Ich studiere noch. Ich kann mein Mädchen also die ganze Woche direkt von der Schule abholen und nutze das auch sehr gern. Irgendwann wird sie 1mal pro Woche in den Hort gehen und wenn sie später möchte, gern auch öfter. Aber wir können das flexibel handhaben. Natürlich können das Mütter, die arbeiten gehen, nicht. Trotzdem fühle ich mich außen vor. Ich mache mir Sorgen, dass meine Tochter keine Freundinnen findet. Die anderen Mütter rechtfertigen sich vor sich selbst „Schließlich ist das hier kein Knast“, „es ist gut, dass die Kinder das schnell kennen lernen“… in jedem Satz höre ich schlechtes Gewissen heraus. Angst, dass es dem Kind zu viel wird. Wie viel Stunden Hort sind gut in der ersten Schulwoche? Man will nichts falsch machen. Man stimmt sich ab.

Warum machen wir es uns so schwer als Frauen?

Eine Freundin hat mir letztens erzählt, dass eine Vollzeit arbeitende Mama es (logischerweise) keine Zeit mehr hat Kuchen zu backen für Schul- und Kindergartenfeste. Damit sie aber nicht schief angeschaut wird als Mutter, kauft sie den fertigen Kuchen, drückt den an einigen Stellen ein, streut Puderzucker darüber und verkauft ihn als selbst gebacken.

Warum macht sie das? Gibt es eine bestimmte Norm und Regel, die besagt, wie eine gute Mutter zu sein hat? Wer sagt, wie wir als Frauen zu sein haben, wie unsere Kinder aufwachsen müssen?
Es gibt so viele verschiedene Lebensentwürfe und jedes Kind hat einen unterschiedlichen Charakter. Meine Große würde 5 Tage Hort wahrscheinlich nicht lange mitmachen. Sie macht sich viele Sorgen, ist sehr nachdenklich und könnte die ganzen Eindrücke nicht schnell genug verarbeiten. Meine kleine Tochter dagegen ist unkompliziert, fröhlich und unbeschwert. Für sie wären 5 Tage Hort überhaupt kein Problem.

Warum vergleichen wir uns? Warum vergleichen wir unsere Kinder? Ich gehe davon aus, dass jede Frau versucht für ihr Kind die beste Mama der Welt zu sein. Wir machen alle Fehler. Perfekte Mütter gibt es nicht. Aber wir lieben unsere Kinder und entscheiden jeden Tag neu, was das Beste für unsere Kinder ist und wie wir es mit unserem Alltag in Einklang bringen können.

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