Nachdenkenswertes
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Kirchenasyl- Rettung für Menschen

Ich war dieses Wochenende auf der Tagung der ökumensichen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V. „Der Sonntag“, die evangelische Kirchenzeitung für Sachsen hat mich hingeschickt. Ein bisschen habe ich mich auch aufgedrängelt, weil ich unbedingt selbst über Kirchenasyl recherchieren möchte. Ich finde es ein super spannendes Thema. Ein bisschen komisch fühlt es sich noch an mit seinem Laptop da zu sitzen und hinterher auf wichtige Menschen zu zu stürmen um ihnen noch ein paar wichtige Sätze zu entlocken, die man für seinen Artikel verwenden könnte, gleichzeitig zu networken und herauszufinden wer noch mehr weiß und wen man noch Wichtiges kennen lernen müsste. Jemand hat mich gefragt ob ich Journalistin sei. Ich bin kurz zusammen gezuckt. Journalistin. Bin ich das? Ich fühle mich mit „freie Autorin“ irgendwie vertrauter. Aber theoretisch, zumindest in diesem Moment bin ich das, ja. „Cool!“, meint die Frau, die sicher schon Mitte 50 ist. Wenn die wüsste wie mein Stundenlohn aussieht fände sie das sicher nicht mehr cool.

Momentan gibt es in Deutschland 297 Kirchenasyle mit mindestens 452 Personen. Davon sind 95 Kinder. 262 der Kirchenasyle sind sogenannte Dublin Fälle. Kirchenasyl ist natürlich etwas politisches aber eigentlich nie politisch motiviert. Kirchen, die Menschen aufnehmen, tun dies aus emotionalen Faktoren heraus. Die Flüchtlinge haben furchtbare Dinge erlebt. Manche sollen zum 3. Mal wieder nach Bulgarien abgeschoben werden, wo sie auf der Straße leben und fast verhungern. Manche Male sollen Familien auseinander gerissen werden, minderjährige Kinder abgeschoben werden. Es gibt entsetzliche Geschichten von Menschen, die durchs System fallen. Von Menschen, die vom zuständigen Amt für Migration nicht gesehen werden. Und das Kirchenasyl gibt diesen Menschen Zeit und dem so genannten BAMF die Gelegenheit den Asylantrag noch einmal zu überprüfen. Kirchenasyl gibt leeren Zahlen Gesichter und ist aktiver Menschenrechtsschutz. Kirche möchte nicht unkontrolliert Menschen aufnehmen. Kirchenasyl ist die letzte Instanz und Möglichkeit für Härtefälle. Menschen, bei denen man weiß, dass sie nicht überleben wenn man nicht hilft. Es ist immer eine schnelle und eine hochemotionale Entscheidung. Eine schwere Entscheidung. Eine Entscheidung, die sehr viel nach sich zieht.

Ich gehe voller Eindrücke in die neue Woche. Und hoffe, dass wir es schaffen Gottes Liebe für die Menschen zu sehen, die bei uns ins Deutschland Zuflucht suchen. Seine unermesslich große Liebe für jeden Einzelnen. Gerade in Ostdeutschland, wo es bisher sehr wenig Ausländer gab, ist die Situation neu. Ganz langsam bekommt die Stadt ein neues Gesicht. Die Mentalität der Menschen die zu uns kommen ist anders und gerade letzte Woche hatte ich eine Situation, die mich in meinem Alltag wirklich sehr aufgeregt hat. Aber wir wollen Menschen aufnehmen, die in Not zu uns kommen. Ich möchte bereit sein meine Tür zu öffnen, meinen Tisch auszuziehen und im Notfall eine Familie mit zu versorgen. Ich möchte Hoffnung und Frieden geben und ein Stück von meinem Wohlstand. Möge Gott im Himmel uns segnen und Frieden stiften für unsere Herzen und unsere Welt.

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