Monat: Oktober 2015

DIY Gespenster

letzte Halloween Bastel  Aktion der Großen. Lele liebt basteln über alles. Eigentlich bastelt sie den ganzen Tag. Da das früher definitiv nicht meine Lieblingsbeschäftigung war musste ich mich erst darauf einlassen. Und jetzt wird sie mit reichlich Bastelmaterial regelmäßig versorgt. Und Mama bastelt sogar manchmal mit. Dieses Gespenst hat sie ganz allein gemacht. Einfach die Kastanie in das Taschentuch wickeln, Faden drum, lustige oder gruselige Gesichter drauf malen und das wars. Geht schnell, macht Freude und wir haben jetzt eine ganze Taschentuchgirlande über dem Tisch hängen. Gibt Schlimmeres.

Weihnachten im Schuhkarton oder Kindern eine Freude machen

Weihnachten steht bald schon wieder vor der Tür. Und jedes Jahr erschrecke ich, denn wir machen jährlich bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ mit. Und da die Abgabe schon Mitte November, geht es jedes Jahr schon viel eher los mit den Geschenken. Unsere Kinder lieben diese Aktion. Etwas einkaufen, mit aussuchen, den Schuhkarton bekleben und packen und Kindern, die weniger haben als wir, eine Freude machen. Alle Daten, was man einpacken darf, wie es funktioniert und Abgabemöglichkeiten (allein 20 Stationen in Leipzig) findet ihr auf Facebook oder hier. Die Päckchen landen vor allem in osteuropäischen Ländern und werden von den örtlichen Kirchgemeinden verteilt. Sie geben Kindern neue Hoffnung, Freude und Perspektive. Für mich ist das keine weitere Spendenaktion von so vielen, die es vor Weihnachten gibt. Ich mag es, dass ich nicht einfach Geld spende, sondern etwas „handfestes“ und bei jedem Ding, dass ich einpacke mir die leuchtenden Kinderaugen vorstelle, die es auspacken werden. Für uns als Familie ist es zur festen Routine geworden: Schuhkarton raussuchen, mit Weihnachtspapier bekleben, einkaufen gehen, einpacken und abgeben.                                      …

Reformationstag vs Halloween

Halloween rückt heran und damit jedes Jahr mein innerliches Zerreiß-Gefühl. EIGENTLICH ist ja Reformationstag und ich möchte, dass meine Kinder um diesen Feiertag und dessen Bedeutung wissen. Um Martin Luther, der 95 Thesen an die Kirche genagelt hat, der „sola gratia, sola fiedei“ (allein aus Gnade, allein aus Glaube) aus der Bibel gelesen und erforscht hat. Wir sind gerettet aus Gnade, aus Liebe und nicht weil wir etwas Bestimmtes tun müssen. Die katholische Kirche hatte damals einen guten Weg gefunden um Geld zu verdienen. Da alles auf Latein war, konnte der „kleine Mann“ nicht verstehen, was wirklich in der Bibel stand. Also erzählten sie ihm, dass er Geld bezahlen muss um seine Verwandten und sich selbst aus dem Fegefeuer zu retten. Martin Luther war der unerschrockene Reformator, der eine Exkommunizierung und Verfolgung in Kauf nahm und der mithilfe des Buchdrucks die deutsche Bibel unter die Bevölkerung brachte. Doch wie bringen wir das unseren Kindern nahe? Jedes Jahr am Reformationstag essen wir „Reformationsbrötchen“, die gibt’s hier in Sachsen (?), auf jeden Fall in Leipzig, beim Bäcker …

Selbstversuch- 1 Woche ohne Meckern

    Wie es dazu kam: Es war im Sommer. Meine Kinder und ich wollen zu einem Arzttermin. Der Einfachheit halber mit dem Rad. Ich sollte vielleicht von Anfang an erwähnen, dass meine handwerklichen Fähigkeiten gleich Null sind. Ich bin eher die zarte Blondine mit lackierten Nägeln und kurzem Rock, die am Straßenrand steht und verzweifelt guckt. Jedenfalls stellen wir nach 10m fest, dass unsere Fahrräder einen platten Reifen haben. Ich renne in die Garage und suche die Luftpumpe. Finde etwas, dass so ähnlich aussieht. Versuche zu pumpen. Weiß nicht genau was ich wo ab und wie wieder draufschrauben muss. Jedenfalls wird es nichts, die Luft weicht immer wieder aus. Nach 5min bitte ich einen Handwerker zu Hilfe, der gerade die Terrasse unserer Nachbarn ausbessert. Bereitwillig hilft er mir und stellt fest: Das Ventil ist kaputt. Na toll. Ich bringe ein Kind schnell zu unseren netten Nachbarn, die passen gern auf und renne mit der Größeren zum Arzt. Zum Glück nur 10min zu Fuß. Als wir wieder zurück sind, Mittag gegessen haben, soll die Kleine Mittagsschlaf …

Liebhaberstück

Das Semester hat wieder angefangen und ich hatte mal wieder das Problem: Viel zu viele Bücher und anderen Krimskrams für zu wenig Tasche. Und das Fazit: Eine sehr schwere Tasche auf einer Schulter. So konnte es nicht weitergehen. Also begab ich mich auf die Suche nach etwas anderem. Genauer gesagt, einem Rucksack. Das Problem: ich sehe einfach total bescheuert aus mit Rucksäcken. Meiner Meinung nach. Mein Glück ist allerdings, dass Rucksäcke wieder top angesagt sind und es eine große Auswahl gibt. Da müsste doch etwas drin sein für mich. Aber denkste. Entweder zu sportlich, zu „trekkingmäßig“, zu alternativ, zu skatermäßig, zu Omahaft… schließlich entschied ich mich für den „Scout der Hipster“, für den Rucksack, den es schon seit den 70ern gibt. Als Skandinavien- Liebhaberin wurde es der Fjällräven. Ich finde zwar immer noch, dass ich damit doof aussehe, aber er ist praktisch. Es passt alles rein, sogar die Tonnen an Bücher, er hat kleine Fächer und er ist und wird ein Liebhaberstück. Auch ohne, dass ich ein Hipster bin.                                       …

kurz mal weg

Ein Kurztrip Wochenende als Familie. Hört sich schön an. Ist auch schön. Wenn man die Vorbereitungen, den Schnupfen der Kinder und einen Wachstumsschub des kleinsten Familienmitglieds mal außen vor lässt. Aber der Reihe nach: Ein Teil meiner Familie kommt aus dem schönen Brandenburg. Leider sehen wir sie viel zu selten, so dass wir beschlossen sie mal besuchen zu fahren. Wir buchten uns ein (so dachten wir) schönes Hotel und das Wochenende rückte heran. Wenn wir dann jedesmal 10min vor Abfahrt (egal wie lange und egal wohin) mit dem ganzen Gepäck in unserem Miniatur Flur stehen gucken mein Mann und ich uns jedesmal verzweifelt an. War das wirklich eine gute Idee? Zu Hause zu bleiben wäre doch sicher sehr viel entspannter und stressfreier. Wie kann eine 4köpfige Familie sooo viel Gepäck brauchen? Zwischen dem Gepäck wuseln die Kinder umher und ich versuche mir meinen Nagellack noch schnell in die Handtasche zu stopfen, damit ich die Nägel auf der Autofahrt wenigstens halbwegs restaurieren kann. Das Hotel im kleinen Ort im tiefsten Brandenburg hält leider nicht, was es …

liebevoller Journalismus

Mein erster Artikel in der „family„. Ein tolles Gefühl. Ich dachte allerdings immer, wenn ich erstmal meinen ersten 4- Seiten Artikel veröffentlicht habe und regelmäßig für eine Wochenzeitung geschrieben habe, dann ist der Weg nicht mehr weit zu „richtigem“ Journalismus: politische Themen, Enthüllungsstorys… Aber weit gefehlt. Der Alltag ist da. Die Küche muss dringend aufgeräumt werden, das Bad will schon seit Stunden geputzt sein, die Bügelwäsche häuft sich und die Kinder schlafen ewig nicht. Unibücher schreien nach Aufmerksamkeit, Rechnungen wollen gezahlt werden… die Realität hat mich sehr schnell wieder eingeholt. Trotzdem bin ich ein bisschen stolz.

Unialltag mit Kindern

Der Unialltag ist wieder da. Mitsamt seinen Prüfungen, Prüfungsvorbereitungen, Abgabeterminen, to-do Listen und Haufen kleinen Dingen, die es irgendwie schaffen durch mein Gehirn zu rutschen, mir spontan wieder einfallen um dann wieder vergessen zu werden. Der Alltag ist auch durch die beiden Mädels voll: Musikschule, schwimmen, Freunde, basteln, Hausaufgaben, Wachstumsschübe, Einkaufslisten, Weihnachten im Schuhkarton, St. Martinstag, Halloween vs Reformationstag usw. Wie organisiert ihr euren Alltag? Wir versuchen es auf ganz unterschiedliche Art&Weise und ich finde uns ganz effektiv. Jedes Wochenende planen wir die neue Woche. „Wer fährt die Kinder wie und wann wohin“, „wo bist du da“, „wann kommst du heim“, „wer besorgt was…“ Dann sprechen wir jeden Abend nochmal über den kommenden Tag. Und wenn wir das vergessen schreiben wir tagsüber SMS. Zusätzlich gibt es einen Familienplaner der in der Küche hängt. leider kommt der etwas kurz, was das Eintragen der ganzen Termine betrifft, denn wir haben beide zusätzlich einen old-school Terminplaner und unsere kompatiblen Smartphones. Da tragen wir auch in einen Familienkalender alle Termine ein, die uns dann daran erinnern wo der andere …

Sei mutig und freundlich

Über unserer Stadt kreist ein Hubschrauber. Schon wieder. Meistens 1x pro Woche. Manchmal sogar 3x pro Woche. Dann wieder gar nicht. So genannte Wutbürger gehen auf die Straße und demonstrieren. Gegen Ausländer. Gegen das uneingeschränkte Asylrecht. Im Internet tobt Wut und Angst. Das Blatt hat sich scheinbar gewendet. Immer mehr deutsche Bürger wollen nicht so viele islamische Menschen in ihrem Umfeld haben. Sie haben Angst vor Vergewaltigungen, sexuellen Übergriffen. Sie haben Angst, dass ihre Rolle als Frau nicht mehr anerkannt wird und wir zurück fallen in ein anderes Jahrhundert. Meine Eltern haben mir beigebracht, dass Angst niemals ein guter Faktor ist, um Entscheidungen zu treffen. Angst lähmt. Sie vernebelt den Blick und man kann nicht mehr klar sehen. Haltlose Meinungen, Statistiken und auch „ich wurde mal vor dem Supermarkt angepöpelt“- Ausrufe gewinnen auf einmal an Bedeutung. Ja, auch ich hatte viele unangenehme Begegnungen mit südländischen Männern. Ich bin blond und groß. In meiner Jugendzeit wurde ich bedrängt, mir wurden Telefonnummern aufgedrückt, ich wurde als Nazi beschimpft weil ich einen älteren Mann nicht küssen wollte. Ich …

Frauen sind wirklich furchtbar…

Eine Freundin von mir, hatte heute ein wichtiges Vorstellungsgespräch. Eigentlich ist sie schon richtig weit gekommen. In die 3. Runde. Und eigentlich ist ihr der Job auch schon sicher. Eigentlich wollten wir auch schon anstoßen, weil sie das so unglaublich toll gemacht hat und die Chefs begeistert waren von ihr. Heute jedoch musste sie noch einmal zu einem Personalgespräch. Theoretisch haben die beiden Damen, die das Gespräch geführt haben, keine schlussendliche Entscheidungsgewalt. Praktisch jedoch, möchte man trotzdem einen guten Eindruck machen und überzeugen. Und natürlich, wenn man so richtig schlecht ist, könnten die Personalchefs schon nochmal ein Veto einlegen. Meine Freundin sollte eine Präsentation über sich selbst machen. Da es ihr unangenehm war, eine Powerpoint von sich als Person zu machen, reiste sie ohne an. Die beiden Frauen waren nicht sehr amused und versuchten, ihr Fallen zu stellen, nahmen jedes Wort auseinander und unterstellten ihr, dass sie sich für die vorherigen Gespräche mehr Mühe gegeben hätte, weil sie die Männer wohl beeindrucken wollte. Dazu muss man sagen, dass meine Freundin sehr schön ist. Wirklich wunderschön. …