Nachdenkenswertes
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Glaube, Liebe, Hoffnung

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2001, mit 15 Jahren, schrieb ich in mein Tagebuch: „Ich habe Angst. Angst vor Terror. Angst vor Krieg. Die Welt wird nie mehr so sein wie sie mal war.“ Ich klebte die Fotos von staubbedeckten Menschen, schreienden Frauen und blutenden Männern in mein Tagebuch und war entsetzt. Seitdem gibt es immer wieder Attentate, nicht erst jetzt. Aber jetzt bin ich erwachsen und kann den Schmerz des Verlustes erahnen, die Angst und Wut und Hilflosigkeit.

Wütend macht mich der Krieg, die Attentate in Beirut, in Paris, in der Türkei, die brennenden Asylheime, die vielen unterschiedlichen Berichterstattungen, das „in- die- Schuhe- schieben“ und „nicht-Schuld-sein-wollen“. Jürgen Todenhöfer hat vorgestern bei Facebook u.a. folgendes geschrieben:

„Der Westen hat im Mittleren Osten Krieg gesät. Jetzt kommt der Krieg nach Europa zurück. Und wir erkennen nicht, dass es unsere eigene Gewalt ist, die wie ein Bumerang auf uns zurückschlägt. Sartre hat das schon vor Jahrzehnten vorausgesagt. Erst wenn wir die Rolle des Westens richtig analysieren, können wir die endlose Spirale von Gewalt und Gegengewalt durchbrechen. (…) Den Attentätern von Paris aber sage ich: ‚Ihr seid Gotteslästerer! Es ist eine anmaßende Beleidigung Gottes, wenn Ihr Euch bei der Ermordung Unschuldiger auf Allah beruft, den der Koran den ‚Allerbarmer und Barmherzigen‘ nennt. Wer gibt Euch das Recht, Gott mit Euren Gewaltphantasien zu besudeln?

Den Koran muss man mit dem Herzen lesen, nicht mit der Kalaschnikow. Dann findet man wunderbare Anweisungen Gottes. An ihnen hättet Ihr Euer Leben ausrichten sollen. Der Koran sagt:

1.) ‚Ihr sollt glauben und gute Werke tun‘ (25:70). Gott liebt diejenigen, die Gutes tun.‘ (2:195).

2.) ‚Gott verbietet, was schändlich, abscheulich und gewalttätig ist.‘ (16.90).

3.) ‚Wehrt das Böse durch das Gute ab.‘ (13:22).

4.) ‚Richtet auf Erden kein Unheil an.‘ (2:60).

5.) ‚Stiftet Frieden unter den Menschen.‘ (2:224).

6.) ‚Wer vergibt, ruht sicher bei Gott.‘ (42:40).

7.) ‚Bringt Euch nicht selbst ums Leben!‘ (4:29). (Verbot des Selbstmords).

8.) ‚Wenn Ihr einen Menschen tötet, so ist es, als hättet Ihr die ganze Menschheit getötet‘ (5:32). Gott verbietet ausdrücklich die Tötung Unschuldiger.“

Der Islam ist eine friedliebende Religion. Jede andere Auslegung ist einfach falsch. Die meisten Menschen in unseren westlichen Gefilden haben sich nie ausführlich mit dem Islam beschäftigt, den Koran gelesen und urteilen trotzdem. Ich zähle mich nicht zu den Experten, ich habe auch nur gefährliches Halbwissen. Aber was ich weiß, ist, wir müssen aufpassen, dass die Unschuldigen nicht unter den Schuldigen leiden müssen.

Ich für meinen Teil entscheide mich gegen die Angst und für die Hoffnung, für die Liebe. Ich will den Glauben an die Menschheit nicht verlieren sondern sehen, wie viel Gutes in dieser Welt ist. Wie vielen Menschen das Wohl der anderen am Herzen liegt. Es ist nicht egal.

 

 

Es scheint fast ironisch an dieser Stelle aber ich wollte es heute bekannt geben: Den Postkartenkalender hat Marlene gewonnen.

Foto von J. Weicker

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