Monat: März 2016

Der erste plastikfreie Laden im Leipziger Süden

Pierre Mischke und Christin Neubert haben in der Südvorstadt, in der Kochstraße 6, direkt hinterm „Burgermeister“ einen kleinen, unverwechselbaren Laden eröffnet: „Einfach unverpackt“. Seit dem 16.3. kann man hier alles ohne Plastikverpackung einkaufen. Nudeln, Müsli, Waschpulver, Getränke, Süßigkeiten, Obst und Gemüse, Zahnbürsten… Das Ziel: Verpackung und speziell Plastik reduzieren. „Wir möchten mit unserem Konzept gemeinsam mit unseren Kunden aktiv zum Umweltschutz beitragen. Mit dem Verzicht auf Einwegverpackungen aus Plastik und dem Wiederverwenden von eigenen Behältern wird automatisch weniger Müll produziert. Außerdem können unsere Kunden selbst bestimmen wie viel Sie von einem Produkt kaufen und müssen somit zu Hause keine unnötigen Lebensmittel mehr lagern bzw. werfen bestenfalls auch noch weniger Lebensmittelabfälle weg.“, so Christin Neubert. Dies ist der erste Unverpackt-Laden in der Leipziger Südvorstadt, der nachhaltige und vorwiegend regionale Waren in loser Form anbietet. Einige Artikel, wie Molkeprodukte und Säfte bieten sie in praktischen Mehrwegflaschen aus Glas an. Christin Neubert und Pierre Mischke ist es wichtig, dass sie ihre Kunden beim Einkaufen beraten können und auch zu jedem Produkt sagen können, wo es herkommt. Sie sehen …

Von der Kleinstadt-Schülerin zur Großstadt-Studentin

Fotos und Text von Therese Peter – Gastbeitrag Es ist mittlerweile schon 3 Semester und einen Sommer her, dass ich mein Abitur gemacht habe. Ich war 18, als ich vor einem großen Denkmal in einem langen Chiffon-Kleid zusammen mit meinem Papa die Abirede hielt und danach mit ihm zusammen sang. Udo Lindenberg, Hinterm Horizont. Es war unglaublich schön und ich war erstaunt darüber, wie ich mich das vor so vielen Menschen trauen konnte und bei 34 Grad in der Sonne nicht zusätzlich in Schweiß ausbrach. Meinem Papa brach die Stimme und ich war erneut erstaunt. Das tolle Zeugnis und die Rose in meiner Hand schienen gar nicht mehr so viel auszumachen. Ich war so unglaublich glücklich in diesem Moment. Ich war ein Mädchen mit langen, blonden Haaren, die an diesem Tag locker geflochten waren. Ich war hübsch an diesem Tag und das Foto mit all meinen Freundinnen sah aus wie aus einem amerikanischen Film. Schon in diesem Moment wusste ich, dass ich das alles unheimlich vermissen würde. Die Unbeschwertheit, jeden Tag zu wissen, was einen …

Woche 7 von 56 Wochen

Tag 42: Ich habe neue Strumpfhosen! Gleich 4 Stück. Und damit einen neuen Favoriten – Laden entdeckt. Ich war und bin total begeistert. Allein dafür hat sich das Experiment gelohnt, auch wenn das nicht Sinn und Zweck der Sache war. Hat mir sehr viel Freude gemacht so bewusst einfach nur Strumpfhosen kaufen zu gehen. Tag 45: Die Tage rennen mal wieder so dahin. Ich ziehe irgendetwas an, was mir aus dem Schrank entgegenfällt und warte auf den Frühling. Noch nie in meinem ganzen Leben war mir Kleidung so unwichtig. Liegt das daran, dass so viele andere Dinge so viel wichtiger sind momentan? Aber was ich wirklich endlich und dringend mal machen muss: Schwarze Pumps bestellen. Vielleicht gibt es ja fair trade schuhe? Tag 46: Es gibt fair trade schuhe. Ja. Und zwar keine hässlichen. http://www.avocadostore,de http://www.grenality.de http://www.glore.de http://www.utopia.de Dies sind nur ein paar von unfassbar vielen fair trade Labels. Tag 47: Mein Kontostand sieht sehr viel besser aus als die letzten Monate. Erstaunlich. Fühlt sich gut an. Da hatte ich gar kein schlechtes Gewissen als …

Osterimpressionen und DIY

        Osterbasteleien für Kinder sind (zumindest bei den Kindern) ja immer hoch im Kurs. Daher hier zwei schnelle und schöne DIYs für Kinder. 1. Ihr braucht: weißes Papier, Schere, washi-Tape Anleitung: total simpel. Aus dem Papier Ostereier ausschneiden und mit dem washi Tape bekleben und bemalen. Nach Lust und Laune. Können auch schon die Kleinsten.   2. Ihr braucht: ausgeblasene Eier und ausrangierte Nagellackfläschchen Anleitung: Wer kennt das nicht. Kleine Mädchen sind verrückt nach Nagellack. Ich möchte ihnen aber ungern regelmäßig die Nägel lackieren. Also habe ich ihnen eine gute Unterlage gegeben, ausgeblasene Eier und Nagellack, den ich nicht mehr brauche. Der Spaß war groß. Mit Nagellack Eier bemalen. Achtung: Es stinkt!!! Nicht sehr gesund, also bitte Fenster beim Bemalen öffnen. Und diese Bastelei nicht zu lang andauern lassen.

Woche 6 von 56 Wochen

Tag 36: Outfit oft the day. Ich bin irre. Hab mich wirklich auf das Geländer gesetzt. Total bescheuert. Und das nur weil ich mich bei solchen Fotos immer doof fühle. Na gut. So sei es. Ich liebe das Top. Und natürlich meine Turnschuhe. Tag 37: Normaler Alltagstag. Als Mama ist man manchmal nur froh wenn man es geschafft hat, sich die Haare zu waschen. Das Kind ist im feinsten Trotzalter und im Wachstumsschub. Die Große hat Angst vor Feuer. Das heißt, beide schlafen abwechselnd bei uns. Und ich bin k.o. Die nächsten Prüfungen stehen an und ich versuche einfach nur noch, den Stress weg zu atmen. Es wird besser. Ansonsten: Ich muss Strumpfhosen kaufen. Alle, wirklich alle, haben Löcher! Sieht man zwar nicht mit Winterstiefeln, aber der Frühling steht ja vor der Tür. Und wenn die Prüfungen um sind, belohne ich mich endlich mit den schwarzen Pumps, die schon lang geplant sind.   Tag 39: Gestern Abend habe ich Regenjacken, Gummistiefel und Regenhosen für die Mädels bei Vertbaudet, Zalando und Ernsting´s family gekauft. Ganz süß: …

Zwischen Wickeltisch und Blazer

Ich möchte eine neue Rubrik eröffnen. Fotos sollen für sich sprechen und Beweise liefern. Kann eine Mama auch modisch sein? Kann eine Mama stylish sein? Sie kann. Eröffnen darf diese Rubrik Deborah W. mit ihrer kleinen Lina. Zuckersüß die Beiden. Wer noch jemanden kennt in Leipzig oder sich selbst sehr stylo findet als Mama mit Kind, der soll sich bitte bei mir melden. Für Tipps bin ich immer dankbar. Bitte unter leipzigmama@gmx.de  Fotos von J. Weicker

Die verlorene Generation

Alles ist möglich, alles ist erlaubt. Keine Begrenzungen, Leben im Überfluss, viele Träume, Bucket lists. Sind Bucket lists die neuen Begrenzungen? Zieldefinierer? Und war ein Leben erfolgreich, wenn man all diese Ziele erfüllt hat? Ich habe das Gefühl, dass unsere Generation entscheidungsunfreudig und unsicher geworden ist. Wir haben erlebt, dass Beziehungen nicht halten, haben Enttäuschungen erlebt, zu viele befristete Arbeitsverträge. Also versuchen wir auch, uns nicht mehr zu binden.Wir haben erlebt, wie schnell „für immer“ zu Ende sein kann, also versuchen wir unabhängig zu sein. Getrennte Konten sogar wenn man Kinder hat. Verständlich. Emanzipiert. Wir leben in einem Zeitalter der Ehevertäge und der Ehen auf Zeit. Wie leben in einem Zeitalter, in dem für uns alles möglich ist. Doch das ist nur scheinbar so. Wir wollen Kinder, Karriere, Festigkeit, Beständigkeit. Und dies erreichen wir nur indem wir ein Stück Spießigkeit in unser Leben lassen. Indem wir uns zusammen reißen und unsere Jobs behalten, auch wenn sie schwierig sind. Indem wir Frustration lernen auszuhalten, durch Versagen stark werden und unsere Lebensziele eisern verfolgen. Wir leben in …

Montage…

Montage sind immer der Start in eine neue Woche. Meistens fühlt es sich schwer an Montags aufzustehen. Schule, Kindergarten, Arbeit… Ich bin eh ein Morgenmuffel, aber Montags ist es umso schwerer. Zu schön war die Familienzeit am Wochenende. Das Kuscheln, das Ausschlafen, Spielen, gemeinsame Erlebnisse. Wir feiern alle das Wochenende. Es gibt tolle Wochenendfotos, tolle Wochenenderlebnisse… aber warum feiern wir nicht die Woche? Machen wir es uns selbst nicht zu schwer? Der Alltag ist die Kindheitserinnerung unserer Kinder. Klar habe ich auch tolle Erinnerungen an Sommerferien, Winterurlaub, Wochenendtrips… aber vor allem hat mich der Alltag geprägt. Was müssen wir ändern, damit sich Montage nicht mehr so schwer anfühlen? Wie müsste unser Alltag aussehen, damit wir ihn gern begehen? Tun wir denn etwas, was uns Spaß macht oder stresst uns unsere Arbeit? Vielleicht haben wir auch einfach verlernt, glücklich zu sein? Das Leben mit einem Lachen zu begehen und die schönen Momente des Alltags auszukosten? Macht uns denn nur glücklich, Geld auszugeben und etwas zu „erleben“ oder sind wir in uns selbst glücklich. Mit uns. Mit …

5. Woche von 56 Wochen

Tag 29: Heute schneit es. Wintereinbruch. Ich will endlich Frühling. Will nicht mehr. Kann der Schnee nicht im Winter da sein? Habe mir heute Blumen gekauft. (Lieber Mann, wie siehts aus?:))   Tag 30: War heute für Kindergeburtstage und Ostern shoppen. Für die Kinder. Also massenhaft kleines, teures Zeug gekauft. Habe letztens ein paar gute Tipps bekommen wie man das Nicht-Kaufen besser verkraften kann. Den Schrank ausmisten Pimp my old (aus alt mach neu) Bei Pinterest Ideen sammeln und abspeichern. Quasi Schaufenster online anschauen.   Ich habe mir aktuell etwas anderes gesucht. Bei einer Tasse Kaffee Kataloge anschauen und was mir gefällt abfotografieren. Denn aktuell habe ich eigentlich alles im Schrank was ich brauche. Tag 31: Ich habe mich zu einem Online- Abnehm-, und Trainingsprogramm angemeldet. Quasi so etwas wie Weight Watchers bloß mit besserer Online Betreuung. Zu irgendwelchen Treffen mag ich nicht gehen und hab ich auch keine Zeit dafür. Ich freue mich, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Wisst ihr, ich war vor meiner zweiten Tochter 20kg leichter als jetzt. Untergewichtig. Ich bin …

Der Kopf hinter den Schulkinowochen in Sachsen

Oliver Weidlich ist einer der Projektleiter der Schulkinowochen in Sachsen. Der Verein VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz initiiert dieses Projekt nun schon zum 9. Mal. 300 Filme bekommen sie jährlich zur Verfügung gestellt und auf 100 Filme einigt sich das Team. Vom Til Schweiger Film bis zur schweren Doku ist alles dabei. Von der 1. bis zur 12. Klasse kommen in unterschiedlichen Sparten, an unterschiedlichen Tagen auf ihre Kosten. Hinterher gibt es Gespräche über den Film mit Filmautoren oder Filmpädagogen. Das Ziel ist es, so Oliver Weidlich, das Medium Film als Kulturgut in den Köpfen von Schülern zu verankern. Schüler sollen lernen, dass Film nicht nur etwas ist, was bei youtube läuft. „In einer Schule würde man nie in Frage stellen wenn die Lehrerin mit ihrer Klasse ins Theater geht“, so Weidlich, „doch wenn sie ins Kino gehen möchte, denken einige Direktoren gleich an schnöde Unterhaltung ohne Lernfaktor.“ Doch Film ist mehr. Es gibt Gründe und Sinn hinter den Filmen und warum Filme so gemacht werden wie man sie sieht. Schüler sollen …