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Der Kopf hinter den Schulkinowochen in Sachsen

Oliver Weidlich ist einer der Projektleiter der Schulkinowochen in Sachsen. Der Verein VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz initiiert dieses Projekt nun schon zum 9. Mal. 300 Filme bekommen sie jährlich zur Verfügung gestellt und auf 100 Filme einigt sich das Team. Vom Til Schweiger Film bis zur schweren Doku ist alles dabei. Von der 1. bis zur 12. Klasse kommen in unterschiedlichen Sparten, an unterschiedlichen Tagen auf ihre Kosten. Hinterher gibt es Gespräche über den Film mit Filmautoren oder Filmpädagogen. Das Ziel ist es, so Oliver Weidlich, das Medium Film als Kulturgut in den Köpfen von Schülern zu verankern. Schüler sollen lernen, dass Film nicht nur etwas ist, was bei youtube läuft. „In einer Schule würde man nie in Frage stellen wenn die Lehrerin mit ihrer Klasse ins Theater geht“, so Weidlich, „doch wenn sie ins Kino gehen möchte, denken einige Direktoren gleich an schnöde Unterhaltung ohne Lernfaktor.“ Doch Film ist mehr. Es gibt Gründe und Sinn hinter den Filmen und warum Filme so gemacht werden wie man sie sieht. Schüler sollen erleben, dass es noch mehr gibt als Hollywoodfilme. Viele Schüler haben beispielsweise noch nie einen Dokumentarfilm gesehen.“

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Der Verein steht in Kooperation mit der Dok Leipzig und der Bundeszentrale für politische Bildung und ist als Verein ein bundesweiter Träger mit Partnern auf lokaler Ebene. Die Filmverleiher bieten die Filme zu günstigen Konditionen an. Dieses Jahr ist sogar ein Oscar nominierter Film dabei: Mustang. Ein Film über strenge religiöse und archaische Vorstellungen, der viel Aufsehen erregt hat.

In Sachsen gehen 20.000 Schüler zur Schulkinowoche. 500 Buchungen verzeichnet der Verein in Sachsen. Das ist im bundesweiten Kontext nicht sehr viel. Dafür achtet Sachsen ganz besonders auf Qualität und Fortbildungen und Filmgespräche und liegt damit anderen Bundesländern gegenüber, weit voraus.

Die Schulkinowoche startete am Montag, den 7.3.2016, mit dem Dokumentarfilm „Willkommen auf Deutsch“, der seine Weltpremiere bereits 2014 beim DOK Leipzig feierte. Der Film zeigte auf nicht verurteilende und sensible Weise was passiert wenn in der Nachbarschaft plötzlich Asylbewerber einziehen und wie einzelne Betroffene unterschiedlich darüber denken und handeln. Und vor allem warum.

Das Sonderprogramm bei den Schulkinowochen greift auch das aktuelle gesellschaftliche und politische Thema Flucht, Vertreibung und Asyl auf. Wie können die europäischen Staaten der zunehmenden weltweiten Migration begegnen, wie können Schutz, Zugang und Integration in den verschiedenen Ländern gewährleistet werden? Das gemeinsam von der Bundeszentrale für politische Bildung und VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz ausgewählte Programm zeigt Filme, die unterschiedliche Flüchtlingssituationen thematisieren und hierbei auch den Blick auf die aufnehmenden Gesellschaften richten

Nun aber noch ein paar persönliche Fragen an Oliver:

Leipzigmama: Was liegt auf deinem Nachtschrank?

Olli: Nichts. Die Katze schmeißt immer alles runter. Ansonsten 1-2 Bücher die ich gerne lesen würde.

Leipzigmama: Was ärgert dich?

Olli: Bestimmte Politiker aktuell und bestimmte Einstellungen in Dresden zur Politik.

Leipzigmama: Was macht dich aus?

Olli: Ich bin initiativ und mache viele verschiedene Sachen. Neben meinem Job beim Verein liebe ich kochen und gebe sogar Kochkurse oder schaue gern Tatort mit meiner Freundin. Es gibt tatsächlich keinen Tatort, den wir jemals verpasst haben, auch wenn das spießig ist. Manchmal nehmen wir den Tatort sogar auf. Meine Freundin ist gerade schwanger und schläft sehr oft mitten beim Tatort ein. Deswegen haben wir uns extra einen Receiver gekauft um den Film anhalten zu können.

Außerdem gehört mir ein Verlag. Ich lese sehr gern, aber inzwischen meist nur Manuskripte für den Verlag. Ich habe all meine Leidenschaften und Passionen zum Beruf gemacht.

Leipzigmama: Was ist deine Leidenschaft?

Olli:Wissen vermitteln. Lehrer wollte ich nie werden und dass ich gerne Wissen vermittel, ist mir auch erst nach der Schule aufgefallen. Letztes Jahr war ich mit einer Gruppe Schüler in einem Museum und habe mit ihnen dort Videoclips gedreht. Durch das Medium wird das spannend. Medienproduktion zum Vermitteln macht mir Freude. Ich beschränke mich ungern auf eine Sache, finde es spannend verschiedene Ideen zu verwirklichen. Ich bin initiativ und setze meine Ideen gern selbst um.

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Danke Olli für das Gespräch.

 

Fotos von Thomas Puschmann

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