365 Tage ohne...
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Woche 39 oder so von #365tageohne

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Ich habe den Wochen-Überblick verloren.

Wisst ihr, ich bin ein sehr intuitiver, impulsiver und initiativer Mensch. Was ich aber nicht bin, ist stetig. Und so läuft auch dieses Jahr. Ich habe definitiv keine Lust mehr darauf und ich mache nur weiter, weil es euch gibt, weil ihr das lest und weil es meinen Mann gibt, der mindestens einmal die Woche vor dem Schlafengehen zu mir sagt: „Du hast schon lange nicht mehr über dein Projekt geschrieben!“

Es ist immer noch ein herausforderndes Projekt für mich, weil ich an etwas dran bleiben muss, etwas durchziehen muss, auf dass ich von Anfang an wenig Lust habe, auf dass ich mich bewusst eingelassen habe um meinen „inneren Schweinehund“ zu überwinden und weil ich allgemein Herausforderungen liebe. Mein Leben ist nie langweilig, bleibt nie stehen und ist immer farbenfroh und abwechslungsreich. Das mag ich.

Inzwischen aber hat mein Leben genug Farben und ist so voller Ablenkung, dass ich wirklich ungern dieses Projekt weitermache. Es sind noch 4 Monate. „Nur noch, dass schafft sie doch locker!“, mag der Eine denken. Ich denke: „Mist! 4 Monate noch! Unschaffbar! Warum nur habe ich mir einen Monat mehr aufgebrummt! Warum 56 Wochen und nicht 52 Wochen! War ich von allegn guten Geistern verlassen? Bekloppt?“

Hier also ein Überblick der letzten Wochen.

 

Tag 225:

Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer wird. Nein, Halt. Ich wusste, dass es schwer wird. Die ersten Wochen und Monate waren allerdings überraschend leicht. Doch jetzt sind es noch 5 Monate und es ist richtig, richtig schwer. Trotzdem fällt mir immer wieder auf wie wenig man eigentlich braucht und wie uninteressant es eigentlich ist, was man trägt. Versteht mich nicht falsch: Gut sitzende, moderne Sachen sind wichtig, weil sie zeigen wer ich bin und sie zeigen wie ich mich der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Aber es braucht keine 4 verschiedenen weißen Blusen (außer ich muss auf Arbeit weiße Blusen tragen) oder 20 Strickjacken. Lieber in etwas gutes investieren. Das muss nicht teuer sein, aber qualitativ gut. Oder noch besser: Fair.

Inzwischen jedoch mag ich meine Klamotten im Schrank nicht mehr. Ich brauche frischen Wind. Wo bekomme ich den her, ohne zu kaufen?

 

kleiderei.de („Kleider leihen statt kaufen“)

myonbelle.de („dein unendlicher Kleiderschrank“)

freecyle.org (Verschenke-Netzwerk)

batzen.de (Leipziger Tauschring)

leipzig.internet-verschenkmarkt.de (Online-Verschenke-Markt der Stadtreinigung Leipzig)

Tauschladen Leipzig, Engertstr. 31

Umsonstladen Leipzig, Gießerstr. 16

 

Tag 234:

Mir ist aufgefallen: Ich habe dieses Jahr für das gewonnene Geld durch den Shoppingentzug viel mehr Bücher gekauft und den Kindern mehr ermöglichen können. Und das war viel erfüllender und ich hatte kein schlechtes Gewissen, sondern war unheimlich froh und glücklich über jedes Buch. Das war also in zweierlei Hinsicht ein gewonnenes Jahr.

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Tag 236:

Ich habe heute mein Shoppingverbot gebrochen und habe mir etwas bestellt. Schande über mich. Immerhin habe ich erst gesucht wo ich es fair finde, aber die Auswahl hat mir nicht zugesagt. Also habe ich es nicht fair gekauft, aber wenigstens darauf geachtet, dass es Biobaumwolle ist und gute Qualität. Ich merke, dass ich wieder Lust bekomme, etwas zu kaufen, allerdings nicht maßlos sondern lieber ausgewählt und dafür langwierig. Ich möchte gern, dass es perfekt passt und ich es gar nicht mehr ausziehen möchte, weil es so perfekt ist. Das ist doch schon mal eine gute Wendung. Wenn ich es richtig sehe, habe ich noch über 100 Tage vor mir, das kann doch gar nicht sein. Sooo lange noch!

Tag 240:

Wir haben gestern fair trade Oreo Kekse und fair trade smarties gekauft. Das war sehr lecker by the way. Ich stöbere auf fair trade Onlineshops, aber ich muss ehrlich sagen: Ich finde, es gibt schöne Sachen, aber sie begeistern mich nicht sooo sehr, dass ich dafür so viel Geld ausgeben würde. Definitiv merke ich, dass ich wohl in Zukunft erst schauen werde ob es das, was ich brauche, fair gibt und bezahlbar ist. Wenn nicht, dann kaufe ich mir mein Lieblingsteil woanders. Nachhaltig leben kann auch sein, dass ich weniger uns bewusster kaufe. Oder ist das nur eine faule Ausrede? Danach fühlt es sich nämlich an.

Tag 250:

Ich bekomme eine Bluse geschenkt. Ist ein #prsample. Und ja, ich habe dem Deal zugestimmt, weil ich unglaublich Sehnsucht nach neuer Kleidung habe. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich in Onlineshops wühle und dann frustriert wieder weg klicke: Ich darf mir nichts kaufen. Allerdings reizen mich inzwischen andere shops, hochwertigere und bessere Qualität. Wenn das bei meinem Experiment rausgekommen ist, bin ich glücklich.

Dass ich aus dieser Spirale austreten konnte, dass ich es geschafft habe, diesem sinnlosen Konsum Einhalt zu gebieten und ich bewusster kaufen kann.

Das Paket habe ich im Übrigen komplett zurückgeschickt. Auch, weil mir nichts gepasst hat oder mir nichts davon gefallen hat. Ein echter Fortschritt. Früher habe ich auch Sachen gekauft, die ich gar nicht anprobiert hatte oder die ich dann nur 1x anhatte. Heute würde ich sie zurückbringen, umtauschen und so lange probieren bis ich mich richtig verliebt habe.

252:

Ich würde sagen: Die meiste Zeit der 250 Tage ist mein Interesse an Mode eher abgeflaut. Ich habe nicht mehr meine Handtaschen passend zu den Schuhen getragen, habe wenig kombiniert, sondern eher immer wieder dasselbe angezogen. Das hätte ich gar nicht erwartet, aber es war eine gute Erfahrung. Weder hat es mich gestört, noch ist es jemandem aufgefallen.

Jetzt aber ist es an der Zeit wieder in den Schrank zu schauen, zu stöbern, zu experimentieren… Ich habe weniger Lust auf immer wieder dieselben Sachen. Es sind theoretisch noch 4 Monate.

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