Alltagsdinge
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Real life. Studieren mit Kind(ern).

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Viel Kaffee, Energydrink und Cola. Semesterendspurt. Wie man ein Studium mit Kind meistern kann, dazu hier mein Alltag.

 

Ich sitze stundenlang am Schreibtisch. Manchmal effektiv, oft uneffektiv. Wenn man Kinder hat, studiert, arbeitet und den Alltag managt muss man sich gut organisieren. Wenn man Glück hat, gibt es einen Mann oder eine Frau an der Seite die einen in jeglicher Hinsicht unterstützen. Ich habe dieses Glück. Trotzdem kann er mir das Lernen nicht abnehmen.

Inzwischen sind unsere Kinder vormittags in Schule und Kindergarten. Leider bin ich eher nachtaktiv und komme morgens schwer aus dem Bett und kann mich noch schwerer konzentrieren. Aber es muss sein. Ich muss morgens lernen. ich habe nicht viel Zeit und es muss reichen. Nachmittags ist Kinderzeit, abends Blog- und Arbeitszeit. Die Schule raubt uns mehr Zeit als erwartet und vor allem erfordert sie von mir, einen noch getakteren Alltag. Ich muss ständig auf die Uhr schauen und ständig darf ich nichts vergessen. War ich in den anderen Schwangerschaften absolut dement, ist das in dieser nicht der Fall. Wahrscheinlich weil mein Körper weiß, dass er gedanklich nicht ausfallen darf.

Als die kleine Merlind ein Baby war, habe ich ihre Schlafenszeiten genutzt um zu lernen. Viel mehr war dann aber auch nicht mehr möglich.

Manche Tage sind gut. Da gehe ich zum Sport, mache Yoga, bin effektiv und kreativ und könnte Bäume ausreißen. An anderen Tagen ist Schokolade mein bester Freund und ich sitze stundenlang vor den Arbeitsblättern und starre hilflos darauf. Panik bringt einen nicht weiter. Kaffee und in späten Stunden ein Energydrink helfen auch. Zwischendurch habe ich meinen Körper aber so lange getriezt, bis dieser nicht mehr konnte. Magenprobleme waren die Folge. Also musste ich lernen, dass kurze Stoßzeiten mit wenig Schlaf okay sind, aber auf Dauer mich krank machen.

Jede Uni versucht, Studierenden mit Kindern Unterstützung anzubieten. Mal mehr, mal weniger. In den meisten Fällen ist es kein Problem, wenn ihr eure Kinder mit ins Seminar oder zur Vorlesung nehmt. In den Mensen gibt es manchmal kostenlos Kinderessen oder sogar eine Kinderbetreuung. In Leipzig ist dies der so genannte Kinderladen, den ihr allerdings nur ein halbes Jahr in Anspruch nehmen dürft. Hier muss man aufpassen, denn man muss seine gewünschten Betreuungszeiten angeben bevor die Vorlesungsverzeichnisse verfügbar sind. Es ist also ein kleines Überraschungspaket. Das Studentenwerk Leipzig bietet Sprechstunden für werdende Eltern an und informiert und hilft gern beim Beantragen möglicher Gelder. Wer ein Sonderfall ist oder hier nicht weiterkommt, dem empfehle ich wärmstens den Blog studierenplus von Luisa Todisco. Hier gibt es vor allem praktische Tipps für die Studienfinanzierung, für effektives Lernen und für Erasmus mit Kindern.

Das Wichtigste jedoch ist: Sucht euch Kommilitonen die euch helfen. Sucht euch Freunde, die euch wichtige Mitschriften und Arbeitsblätter geben, die mit euch lernen oder euch etwas erklären. Menschen, denen ihr wichtig seid. Es gibt genug Leute, mit denen ihr nicht tagtäglich in die Bars und Kneipen gehen müsst, nur damit sie eure Freunde sind oder euch helfen. Seid mutig und quatscht die Person einfach an, die neben euch sitzt. Fragt, ob ihr sie kontaktieren dürft falls euer Baby mal krank sein sollte.

Schaut, was es für Hilfen an eurer Uni für euch gibt. Fast jede Uni hat Kindergärten, kostenlose Betreuungsmöglichkeiten, freies Mensaessen für Kinder oder längere Abgabemöglichkeiten für Hausarbeiten für euch bereit.

Ich leide permanent an schlechtem Gewissen. An diesem Gefühl, mehr machen zu sollen, mehr machen zu müssen und diesem permanenten Druck nicht schnell genug, nicht effektiv genug zu sein. Gerade wir als Studierende mit Kindern, sollten das dringend lernen, abzulegen. Die Vorteile an einem Studium mit Kindern sind nämlich, dass man viel mehr Zeit hat für seine Kinder. Ich kann mir meine Zeit frei einteilen und in meinem Studium drängelt mich überhaupt niemand. Es ist ungemein großzügig und ich kann dadurch meinen Kindern viel Zeit geben. Viel mehr, als wenn ich 40 Stunden auswärts arbeiten würde. Diese Neigung, sich selbst zu stressen, muss man quasi lernen abzulegen.

Ich fahre jetzt los, die Kinder abholen. Habt einen schönen Tag!

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