Familie, Schwangerschaft
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Schwangerschafts Update SSW 36

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Ich verliere immer wieder die Orientierung in welcher Schwangerschaftswoche ich mich aktuell befinde. Es müsste inzwischen die 37. SSW sein. Wir haben also noch 3-4 Wochen bis das Baby kommen sollte. Aber man weiß ja nie. Momentan erledigen wir noch letzte wichtige Dinge. Ich schreibe noch an paar Artikeln, Rechnungen und auch die Uni möchte nochmal bedacht werden. Fürs Baby ist bis auf eine selbstgestrickte Decke, die ich ja unbedingt machen wollte, alles fertig. Aber wer braucht schon eine gestrickte Decke im Sommer?!

Insgesamt bin ich aber viel munterer und fitter als in den beiden Schwangerschaften davor. Ich vergesse wenig und kann mich noch ganz gut bewegen. Der Bauch ist auch viel kleiner, die Gewichtszunahme bei 8kg kaum der Rede wert. Bei beiden großen Mädchen waren es jeweils über 20kg und sehr viele Kohlenhydrate.

Inzwischen ist der Gebärmutterhals ein wenig verkürzt, der Kopf aber noch nicht im Becken. Ich hab immer wieder Übungswehen, die leicht schmerzhaft sind und fühle mich immer beschwerlicher. Wie soll man sitzen, wenn einem der Bauch so tief hängt, wie liegen, wie sich umdrehen? Laufen geht auch nur noch langsam. Wahrscheinlich fühlt es sich schlimmer an als es aussieht. Ich will auch nicht klagen. Es ist eine leichte Schwangerschaft. Keine Komplikationen, keine großen Schmerzen. Wir können dankbar sein.

Inzwischen kann man nicht mehr vergessen, dass man schwanger ist. Es ist sehr präsent und durch den großen Bauch sind auch die Mitmenschen sehr herzlich und fürsorglich mit mir. Auf dem Markt bücken sich alle für mich, im Bus werden mir Sitzplätze angeboten und wenn ich noch beide großen Mädchen an der Hand habe, wird verzückt gelächelt. Ich erlebe nur Wohlwollen und Freundlichkeit. Vielleicht sehe ich andere Blicke auch einfach nicht.

Meine Mutter sagte mal, dass man zu der Babyzeit „Ja“ sagen muss. Es ist die „Zeit der kleinen Augen“, eine begrenzte Zeit, die so schnell vorbeigeht und die man genießen sollte, so gut es geht. Jetzt, beim dritten Kind, weiß ich wovon sie spricht. Ich bin schon Mama, ich weiß grundsätzlich was mich erwartet und wir sind ein eingespieltes Team. Ich muss nicht mehr Mama werden, ich muss mich nicht mehr in die Rolle finden, aber, ich muss wieder ein „Ja“ finden. Nach 4 Jahren geht es nochmal von vorn los: Durchwachte Nächte, wickeln, schmerzende Brüste und viele Wachstumsschübe. Ich muss nochmal „Ja“ sagen zu einer Zeit, in der ich viel weniger machen kann als ich gern würde. Eine Zeit, in der die Uhr gefühlt stehen bleibt und man abends immer noch nicht geschafft hat, den Frühstückstisch abzuräumen. Eine Zeit, in der das Highlight darin besteht, dass man gewaschene Haare hat und in der man glücklich ist, wenn man es geschafft hat, zu einem Termin nur 30 statt 60min zu spät zu kommen. Dieses „Ja“ zu finden, wird meine Herausforderung werden.

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Schwangerschaftsstrapazen: Bis auf ein wenig geschwollene Beine, die dank Akupunktur nicht wehtun, ist alles gut. Der Ischias schmerzt nicht mehr, seit das Baby sich gedreht hat. Rücken tut auch nicht weh (warum auch immer, an viel Sport kann es nicht liegen). Sodbrennen ist momentan auch beinah verschwunden.

Trinken und Essen: Obst, immer noch. Aber inzwischen auch Heißhunger auf Kohlenhydrate. Dem gebe ich aber nicht oft nach. Heute habe ich mir einen Burger und einen Donut geholt und hinterher noch ein Eis gegessen. Das war der absolute Wahnsinn. So glücklich über Essen kann man nur sein, wenn man schwanger ist.

Geschwistergefühle: Immer noch Stolz und große Liebe. „Mama bekommt ein Baby“. Allerdings gerade von Seiten der kleinen Merlind auch Angst und Sorge über die Zusicherung unserer bedingungslosen Liebe ihr gegenüber. Geholfen haben Bücher, kuscheln und viel Reden. Ich habe nun noch das Conni-Buch „Mama bekommt ein Baby“ besorgt und hatte beim Vorlesen das Gefühl, es spricht sie komplett an. Es ist ein großer Wandel auch in ihrem Leben und damit wichtig, dass wir uns Zeit für ihre Gefühle nehmen.

Stimmung: Langsam habe ich Angst vor der Geburt. Diese Angst schiebe ich dann jedesmal bewusst weg und spreche mir Gutes über die Geburt zu. Ihr müsst wissen, dass ich wirklich dramatische Geburtserfahrungen hatte. Nicht nur, dass ich bei Lele fast gestorben wäre (im Ernst, nicht nur dahin gesagt), sondern ich habe mich auch bei jeder Geburt fremdbestimmt gefühlt. Ich möchte diesmal unheimlich gern eine eigenbestimmte und leichte Geburt haben ohne PDA, ohne Wehentropf und ohne Vollnarkose im Nachgang. Ob mir das gegönnt sein wird?

Körpergefühl: gut!! Ich bin in den letzten Schwangerschaften stark gerissen, aber diesmal ist noch kein neuer Riss hinzugekommen. War quasi noch genug Haut übrig, haha. Bis auf die geschwollenen Beine fühle ich mich wohl. Jetzt stand nochmal Friseur und Kosmetik auf dem Plan und darüber hab ich mich sehr gefreut. Noch einmal Zeit für mich, noch einmal Zeit allein, bevor permanent 6 Monate lang ein Baby auf und an mir klebt. Das ist auch eine schöne Zeit, aber man muss sich darauf einlassen.

Babyshopping: Die Schwiegermama hat ein bisschen eingekauft und auch ich hab nochmal 2 süße Sachen gefunden bei TK Maxx. Ansonsten aber brauchen wir in der kleinen Größe nichts mehr. Die wachsen so schnell, vor allem meine riesigen Kinder.

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Fotos von J. Weicker

4 Kommentare

  1. Steffi sagt

    Hab keine Angst. Du bist vorbereitet und stark. Vertraue dir und deinem Mäuschen.
    Meine kleine Schwester, das dritte Kind, ist spontan daheim geboren, mein Vater war nur dabei. Davor könnte man tatsächlich Angst haben. 😊🙈

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