Nachdenkenswertes
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Von den Erwartungen anderer…

cof

 

Jeder hat Erwartungen an andere Menschen. Ich habe Erwartungen an den Mann. Ich erwarte, dass er mich in der Öffentlichkeit nicht bloßstellt, dass er sich loyal mir gegenüber verhält. Ich erwarte, dass er sich um uns kümmert, um mich kämpft (immer wieder) und seine 4 Frauen liebt. Ich habe Erwartungen an meine Kinder. Ich erwarte, dass sie „Bitte“ und „Danke“ sagen. Ich erwarte, dass sie sich an unsere Regeln halten und beispielsweise nicht auf die Straße laufen und nicht die Wände anmalen. Ich habe Erwartungen an unsere Eltern und meine Freunde. Oft werden meine Erwartungen enttäuscht. Genauso enttäusche ich die Erwartungen anderer an mich.

Was bleibt ist dieses fahle Gefühl der Enttäuschung. Schmerz. Niedergeschlagenheit oder Verletztheit. Die einzige Lösung scheint es, besser zu kommunizieren. Unsere Erwartungen zu formulieren. Doch selbst dann kann es sein, dass die gegenüberstehende Person unsere Erwartungen nicht erfüllen will oder nicht erfüllen kann. Selbst wenn wir das nicht verstehen können.

Vielleicht ist es sehr viel besser, sich frei zu machen von Erwartungshaltungen. Ich erwarte nichts von den anderen und sie sollen bitte auch nichts von mir erwarten. Eine Freundin von mir lebt auf diese Weise sehr glücklich mit ihrem Freund zusammen. Geht dieser zum Bäcker, hofft sie innerlich auf ein wunderbares Stück Kuchen. Doch dann sagt sie sich: „Nein, ich will das nicht erwarten. Das kann ich nicht.“ Dann bringt er ihr ein Schokocroissant mit und sie freut sich ehrlichen Herzens. Hätte sie den Kuchen erwartet, wäre sie enttäuscht gewesen. Selbstbetrug? Ja, vielleicht. Funktioniert aber.

Ich muss meinen Mann und meine Kinder frei machen von meinen Erwartungen an sie. Wenn sie einen schlechten Tag haben. Wenn sie schlechte Laune haben und ich erwartet habe, dass wir eine gute Zeit zusammen haben, wird der Tag nur richtig mies werden. Habe ich jedoch keine Erwartungen an sie, kann ich sie da abholen wo sie stehen. Ich reagiere nicht frustriert und zickig, sondern kann mich auf sie einlassen und den Tag so gestalten, dass er für alle schön ist.

 

Genauso sollten wir uns frei machen von den Erwartungen, die wir an uns selbst haben. Wir erwarten, dass wir einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen und unser Körper soll das bitte auch mit machen. Wir erwarten, dass wir unsere Arbeit schaffen, unsere Kinder vorzeigbar sind und unser zu Hause so aussieht, dass wir Besuch empfangen können. Je nachdem, wie perfektionistisch veranlagt wir sind, desto höher sind die Erwartungen. Und was passiert, wenn wir sie nicht erfüllen können? Stress bricht über uns herein. Und damit einhergehend Unzufriedenheit und Krankheit. Wir muten uns zu viel zu und die einzige Lösung besteht darin, unsere Gedanken zu kontrollieren und uns zu lösen von all den Dingen und Erwartungen, die wir an uns haben. Diese Erwartungen resultieren aus Erfahrungen und Dingen, die wir meinen, dass man sie tun sollte. Wir sehen unsere eigene kleine Welt durch unsere eigene Brille.

Lasst uns doch versuchen, uns zu lösen. Wir müssen gar nichts und die Menschen um uns herum auch nicht. Wir leben gesünder und zufriedener, wenn wir die Zeiten annehmen wie sie eben sind.

cof

 

cof

1 Kommentar

  1. Sonja Sudhaus sagt

    Sehr schön und sehr richtig gesagt. Und das ist auch ein ganz wichtiger Schritt für Zufriedenheit. Leider gelingt mir das auch nicht immer so. Weder bei mir selbst noch bei anderen.

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