Alle unter Angst verschlagworteten Beiträge

Der Weg zur Haustür

Dieser Text ist ein Gastbeitrag von Therese Peter. Es geht um Angst und Unsicherheit. Um Dunkelheit und Schutz. Wie leben wir in der Großstadt? Wie können wir uns schützen als Frauen? Das sind Fragen, die sich Therese stellt. Offen, ehrlich und authentisch. Ich laufe jeden Tag durch Leipzig, ich laufe durch strömenden Regen, durch strahlende Sonne, durch schiere Hitze. Ich höre Lachen, ich sehe Tränen, ich spüre Freundschaft und Liebe. Wir trinken Kaffee, wir schwatzen, wir erzählen über Männer. Und ich weiß, dass eine Zeit bevorsteht, die all das verstärkt mit sich bringt. Es wird Sommer und die Zeit wird genutzt. Katholikentag, Sommerfest, Stadtfest, Campusfest. Und bald fängt die EM an. Ich denke an schöne Kleider, an Pubs, an Bier, lautes Gelächter und sich küssende Paare, grölende Jungs. An Public-Viewing. Doch seit Tagen gehen mir Dinge durch den Kopf, wenn ich daran denke, wie es ist, wenn mich Freunde einladen und wir gemeinsam in die Stadt gehen wollen. Dann schlägt mein Herz nicht nur wegen der Freude höher, die ich wegen all der schönen Dinge …

was ist wirklich wichtig im Leben?

Die letzten Tage und Wochen sind erfüllt von Terror und Anschlagplänen, gefassten Terroristen und Krieg. Zumindest wenn man die Nachrichten liest oder schaut. Gestern abend lag ich im Bett und habe überlegt: Die wirklich zentrale Frage ist doch: Was ist mir wichtig im Leben? Was wäre wenn ich morgen sterben würde? Sicher: Man kann auch in einen Autounfall verwickelt werden, unglücklich vom Fahrrad stürzen oder zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Jetzt aber sind Krieg und Terror näher gerückt. Es fand in den Städten statt, die uns bekannt sind, in denen wir in unserer Freizeit tolle Urlaube verbracht haben. Es zeigt, dass das Leben kurz sein kann. Es zeigt, dass unser Leben schneller vorbei sein kann als uns lieb ist. Was zählt im Leben? Habe ich Konflikte in meinem Leben, die nicht bereinigt sind? Gibt es Menschen in meinem Leben, die ich liebe, denen ich es aber zu wenig sage oder schon lange nicht mehr gesagt habe? Wem muss ich verzeihen? Gibt es Groll und Ärger, der schon so lange in mir schwehlt, dass …

Sei mutig und freundlich

Über unserer Stadt kreist ein Hubschrauber. Schon wieder. Meistens 1x pro Woche. Manchmal sogar 3x pro Woche. Dann wieder gar nicht. So genannte Wutbürger gehen auf die Straße und demonstrieren. Gegen Ausländer. Gegen das uneingeschränkte Asylrecht. Im Internet tobt Wut und Angst. Das Blatt hat sich scheinbar gewendet. Immer mehr deutsche Bürger wollen nicht so viele islamische Menschen in ihrem Umfeld haben. Sie haben Angst vor Vergewaltigungen, sexuellen Übergriffen. Sie haben Angst, dass ihre Rolle als Frau nicht mehr anerkannt wird und wir zurück fallen in ein anderes Jahrhundert. Meine Eltern haben mir beigebracht, dass Angst niemals ein guter Faktor ist, um Entscheidungen zu treffen. Angst lähmt. Sie vernebelt den Blick und man kann nicht mehr klar sehen. Haltlose Meinungen, Statistiken und auch „ich wurde mal vor dem Supermarkt angepöpelt“- Ausrufe gewinnen auf einmal an Bedeutung. Ja, auch ich hatte viele unangenehme Begegnungen mit südländischen Männern. Ich bin blond und groß. In meiner Jugendzeit wurde ich bedrängt, mir wurden Telefonnummern aufgedrückt, ich wurde als Nazi beschimpft weil ich einen älteren Mann nicht küssen wollte. Ich …