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Lebenstempo.

Foto von J. Weicker   Der Zug rast an Feldern vorbei. Kühe, Pferde, Häuser, Wälder.. dann Städte voller Menschen. dreckig, laut und mitunter nicht sehr heimelig. So wie diese Welt außerhalb meines Fenster rast, so fühlt sich in den letzten Jahren mein Leben an. Das Lebenstempo ist hoch. Wer mich privat kennt, hat so manches Mal den Kopf geschüttelt und sich gefragt „warum so schnell?“ oder sich Sorgen gemacht „Wird sie das durchhalten?“. Mein Mann ist ebenfalls wie ich ein ehrgeiziger, zielstrebiger Mensch. Wir sind „Macher“ und haben keine Scheu, Entscheidungen zu treffen. Wir stehen zu unseren Fehlern, die manche Fehlentscheidungen hervorgerufen haben, reflektieren uns weitestgehend (unseres Erachtens meistens) gut und rasen weiter. Wir spornen uns an, wir sind unsere Cheerleader, feuern uns an und treiben uns zu Höchstleistungen an. Wir versuchen gleichzeitig, Auszeiten zu schaffen, uns zu erholen und abzuspannen. Wir liegen viele Abende faul auf dem Sofa oder in der Badewanne. Wir genießen unsere Liebe und sind dankbar für unser Leben. Trotzdem. Unser Leben rast vorbei. Es ist schwer, Momente festzuhalten und sie …

Waaas? Du studierst Theologie? Krass.

Ich studiere Theologie. Warum? ich möchte Pfarrerin werden. Ich möchte gern Pfarrerin werden. Mein Mann möchte gern Pfarrmann sein und meine Kinder unheimlich gern im Pfarrhaus wohnen. Meine Eltern und Schwiegereltern unterstützen das und mein Mann hält uns finanziell den Rücken frei. Ich sollte vor Freude in die Luft springen, aber ich schaffe es nicht. Ich schaffe es nur zu einem müden Lächeln. Das Studium ist schwer. Aber mit zwei Kindern noch schwerer. Ich zweifle. immer wieder. Ist der Weg nicht zu lang? Die Jahre eilen vorbei und ich studiere…immer noch? Wie ist das, wenn man mit 30 noch studiert und alle 10 Jahre jünger sind? Zu meinem 30. Geburtstag sagten mir ein paar Mädels in der Uni: „Bitte…wie alt wirst du???? Das sieht man dir gar nicht an! Du siehst viel jünger aus!“ (Danke Mädels, das war toll… ging runter wie Öl. Wobei ich euch leider sagen muss, dass 30 gar nicht alt ist. Es klingt nur so.) Mit 30 studiert man nicht mehr nur „einfach so“. Man überlegt sich jeden Schritt, jedes Semester. …

Christmas is coming…

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür. Endlich. Meine absolute Lieblingsjahreszeit wird dieses Jahr versüßt mit einer uralten Schallplatte die mich an meine Kindheit erinnert. All die Termine, all die Momente in denen man denkt, dass es zu viel wird, dass man jetzt sofort, wirklich sofort endlich ins Bett gehen muss, weil die Augenringe auch vom besten Concealer sich nicht mehr verdecken lassen, scheinen zu verblassen. Beim ersten Schnee saß ich mit meiner Freundin auf der A9 fest, wir hörten David Garrett und sahen den Schneeflocken zu. Die Zeit blieb für einen Moment stehen: Ein Wintertraum. Mitten im Stau. In diesem Moment habe ich mir vorgenommen die Weihnachtszeit ruhig angehen zu lassen. Kein Stress. Alles darf, nichts muss. Wir können Plätzchen backen, aber wir müssen nicht (machen wir eh, das lass ich mir nicht nehmen). Wir können selbstgemachte Adventskalender basteln, müssen wir aber nicht (fällt dieses Jahr flach. Wir haben dieses Jahr was gekauft). Wir können zu jeder Weihnachtsfeier, zu jedem Weihnachtslieder singen und Weihnachtsgestecke basteln gehen, müssen wir aber nicht. In mein Vorhaben passt der …